Berichte aus dem Gemeindeleben

Obwohl wir - aufgrund der Pandemie - nicht wie gewohnt rasseln und das Osterlicht zu den Gemeindemitgliedern bringen konnten, haben wir am Ostersonntag am Ende des Gottesdienstes Spenden in Höhe von 385 € für die Messdienerkasse erhalten. 

Das ist nicht nur richtig viel Geld, sondern zeigt uns auch, dass unser Dienst am Altar und in der Gemeinde sehr geschätzt wird.

Also: Vielen herzlichen Dank an alle für die Unterstützung und das damit verbundene Lob!

Leider sind wir gezwungenbis Ende Mai zu schließen. Wir wissen nicht, wie das weitere Vorgehen der Landesregierung ist, ob es einen eingeschränkten Zugang geben wird oder ob nur ein kontaktloser Austausch der Medien möglich ist.

Unsere Bücherei wird auch weiterhin mittwochs von 18:00 Uhr bis 19:00 Uhr besetzt sein. In dieser Zeit sind wir telefonisch erreichbar (02421 9948776), vorgemerkte Medien können dann kontaktlos ausgetauscht werden. Auch eine Vormerkung per EMail (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) ist jederzeit möglich.  Seit November 2020 konnten wir keine reguläre Ausleihe mehr durchführen, wenn Sie Ihre ausgeliehenen Medien zurückgeben möchten, setzen Sie sich mit uns in Verbindung.    

Arnoldsweiler: Tradition des Beierns nach Jahrzehnten wiederbelebt

BeiernAm Vorabend zur Arnoldusoktav erklangen ungewöhnliche Töne vom Arnoldsweiler Kirchturm. Die 4
Glocken schlugen in verschiedenen Rhythmen und Melodien an. Nach vielen Jahrzehnten wurde erstmals wieder gebeiert und damit die bevorstehende Arnoldusoktav eingeläutet. Gleiches wiederholte sich am Schlusssonntag der Oktav, wann eigentlich das Hochamt mit anschließender Prozession hätte stattfinden sollen, was aufgrund von Corona aber leider ausfallen musste. Der geübte Kirchenliedsänger konnte die Anfangstakte von ‚Lobet den Herren‘ ‚Gloria in excelsis deo‘ aus der 2. Choralmesse  und ‚Freu dich, du Himmelskönigin‘ erkennen.

Die Idee hierzu hatte Kilian Inden, weitere Mitstreiter fand er glücklicherweise in Felix Hoffmann und Etienne Voßen. Da in Arnoldsweiler keiner mehr genau wusste, wie das Beiern überhaupt funktioniert, wurde die Beier-Truppe bei YouTube fündig, wo einige Videos hierzu hochgeladen sind. Ganz wichtig war aber auch das Inspizieren des Arnoldsweiler Glockenstuhls. Erfreulicherweise war ein Teil der alten Beier-Vorrichtung noch funktionstüchtig, was die Vorbereitungen etwas erleichterte. Es wurden Seile gekauft, um die Klöppel festzubinden und in die richtige Position zu bringen. An mehreren Abenden übten die drei Beiermänner im Kirchturm, was sicher der ein oder andere Anwohner mitbekommen haben dürfte. In Arnoldsweiler ist es nun möglich, zu dritt die vier Glocken zu beiern, früher war es sogar möglich, dass eine Person drei Glocken bediente. Der bisher letzte Beiermann, der dies noch beherrschte, war Matthias Esser, der das Beiern vor Jahrzehnten aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste und keinen Nachfolger mehr fand.

Das Beiern hat in Arnoldsweiler bereits eine jahrhundertelange Tradition und ist in ganz Nordwestdeutschland verbreitet und gilt als Vorläufer des Glockenspiels. Gebeiert wird in der Regel nur zu hohen Feiertagen, meist am Vorabend, wie innerhalb der Osteroktav, zu Pfingsten, Fronleichnam und zum Patronatsfest. Zusätzlich wurde in Arnoldsweiler während der Fronleichnamsprozession und der Arnoldusprozession gebeiert. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts wurde auch hier noch in fast jedem Dorf gebeiert, aber nach und nach verschwand zumindest im Dürener Land diese Tradition fast gänzlich.  

Die Beier-Truppe in Arnoldsweiler hat auf jeden Fall vor, auch im nächsten Jahr wieder zu beiern und unseren Glocken Johannes, Te Deum, Maria Margarethe und Arnoldus ganz besondere Töne zu entlocken.

(Kilian Inden)

Der Jahresbericht von 2019 der Bücherei finden Sie hier zum Download: Jahresbericht 2019