Berichte aus dem Gemeindeleben

„SCHAUT HIN!“

Das ist das Leitwort für die Fußwallfahrt nach Trier der St. Matthias-Bruderschaft im Jahr 2021. Es ist auch das Programmwort des Ökumenischen Kirchentages in Frankfurt/Main 2021. Hintergrund des Leitworts ist das Markusevangelium über „die Speisung der Fünftausend“.

Abt Ignatius schrieb bereits in einem Pilgerbrief 2019, dass „Pilgern nicht nur ist, dass man sich aufmacht, aus dem Alltag heraustritt und unterwegs ist. Es ist auch nicht nur Bewältigung von Mühe und Erweis von Kraft und Ausdauer. Es ist nicht nur die Erfahrung von Gemeinschaft und gegenseitigem Vertrauen. Es hat durch die Gestalt des Apostels Matthias wesentlich etwas mit Jesus zu tun und mit seiner verborgenen Gegenwart in unserem Leben und mit der Gemeinschaft aller, die an ihn glauben, die wir Kirche nennen.“

Wir vertrauen darauf, dass wir uns dann im Mai 2021 trotz Corona wieder auf den Weg nach Trier zum Grab des Apostels Matthias machen können, zur 46. Fußwallfahrt, die vom 9. bis 15. Mai 2021 geplant ist. Verbindliche Anmeldungen nimmt Brudermeister Michael Krumbach, Auf dem Driesch 21, 52353 Düren, Tel. 02421-35746 (E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) ab 2. Jan. 2021 gerne entgegen. Anmeldeschluss ist Mittwoch, 24.02.2021. Bei der Anmeldung wird ein Kostenbeitrag fällig, der gebraucht wird, um Vorauszahlungen für die Quartiere leisten zu können.

Außerdem sind auch Pilgerinnen und Pilger herzlich eingeladen, die ab Donnerstag, 13.05.2021, mitgehen wollen oder die nur sonntags oder an einem anderen Tag mitgehen möchten. Natürlich sind ebenfalls jüngere Leute zum Mitpilgern herzlich eingeladen. Einzelheiten können gerne erfragt werden; sicherlich werden wegen den Auswirkungen der Pandemie noch die ein oder andere Änderung erforderlich.

Michael Krumbach

 

Arnoldsweiler: Tradition des Beierns nach Jahrzehnten wiederbelebt

BeiernAm Vorabend zur Arnoldusoktav erklangen ungewöhnliche Töne vom Arnoldsweiler Kirchturm. Die 4
Glocken schlugen in verschiedenen Rhythmen und Melodien an. Nach vielen Jahrzehnten wurde erstmals wieder gebeiert und damit die bevorstehende Arnoldusoktav eingeläutet. Gleiches wiederholte sich am Schlusssonntag der Oktav, wann eigentlich das Hochamt mit anschließender Prozession hätte stattfinden sollen, was aufgrund von Corona aber leider ausfallen musste. Der geübte Kirchenliedsänger konnte die Anfangstakte von ‚Lobet den Herren‘ ‚Gloria in excelsis deo‘ aus der 2. Choralmesse  und ‚Freu dich, du Himmelskönigin‘ erkennen.

Die Idee hierzu hatte Kilian Inden, weitere Mitstreiter fand er glücklicherweise in Felix Hoffmann und Etienne Voßen. Da in Arnoldsweiler keiner mehr genau wusste, wie das Beiern überhaupt funktioniert, wurde die Beier-Truppe bei YouTube fündig, wo einige Videos hierzu hochgeladen sind. Ganz wichtig war aber auch das Inspizieren des Arnoldsweiler Glockenstuhls. Erfreulicherweise war ein Teil der alten Beier-Vorrichtung noch funktionstüchtig, was die Vorbereitungen etwas erleichterte. Es wurden Seile gekauft, um die Klöppel festzubinden und in die richtige Position zu bringen. An mehreren Abenden übten die drei Beiermänner im Kirchturm, was sicher der ein oder andere Anwohner mitbekommen haben dürfte. In Arnoldsweiler ist es nun möglich, zu dritt die vier Glocken zu beiern, früher war es sogar möglich, dass eine Person drei Glocken bediente. Der bisher letzte Beiermann, der dies noch beherrschte, war Matthias Esser, der das Beiern vor Jahrzehnten aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste und keinen Nachfolger mehr fand.

Das Beiern hat in Arnoldsweiler bereits eine jahrhundertelange Tradition und ist in ganz Nordwestdeutschland verbreitet und gilt als Vorläufer des Glockenspiels. Gebeiert wird in der Regel nur zu hohen Feiertagen, meist am Vorabend, wie innerhalb der Osteroktav, zu Pfingsten, Fronleichnam und zum Patronatsfest. Zusätzlich wurde in Arnoldsweiler während der Fronleichnamsprozession und der Arnoldusprozession gebeiert. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts wurde auch hier noch in fast jedem Dorf gebeiert, aber nach und nach verschwand zumindest im Dürener Land diese Tradition fast gänzlich.  

Die Beier-Truppe in Arnoldsweiler hat auf jeden Fall vor, auch im nächsten Jahr wieder zu beiern und unseren Glocken Johannes, Te Deum, Maria Margarethe und Arnoldus ganz besondere Töne zu entlocken.

(Kilian Inden)

Der Jahresbericht von 2019 der Bücherei finden Sie hier zum Download: Jahresbericht 2019