Berichte aus dem Gemeindeleben

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Ihr Büchereiteam

Mit der Eröffnungsmesse der diesjährigen Arnoldus-Oktav am 10. Juli feiern wir auch ein besonderes Jubiläum, denn auf den Tag genau vor 50 Jahren konsekrierte Weihbischof Dr. Gerd Dicke (*1928) den neuen Zelebrationsaltar in der Vierung der Pfarrkirche. Im Rahmen des Weiheritus legte er je eine Reliquie des hl. Arnold sowie des hl. Urbanus, unserem zweiten Pfarrpatron, in den Altar. Es sind die Reliquien, die vorher im Hochaltar eingelassen waren. Verschlossen hat ihn Bauunternehmer Josef Thelen. Der Kirchenchor sang aus diesem Anlass die Missa brevis von Josef Schneider.

Der Altar ist das Werk der Aachener Bildhauerin Erika Vonhoff (1924-2011). Sie fertigte zudem auch das Ambo, die Kerzengruppe und drei Priestersitze aus Anröchter Dolomit. Zudem entwarf sie ein passendes Vortragekreuz, das in Metall gegossen und mit Bergkristallen besetzt ist.

Der Umbau erfolgte unter dem reformfreudigen Pastor Josef Wolff (1917-1983), der die Liturgiereform des 2. Vatikanischen Konzils (1962-1965) hier sehr schnell einführte. Dies bedeutete, dass der Priester die Messe nicht mehr am Hochaltar mit dem Rücken zur Gemeinde feierte, sondern der Gemeinde zugewandt und das alles auf Deutsch und nicht mehr auf Latein. Um die neuen Anforderungen der neuen Liturgie schnellstmöglich zu erfüllen, ließ Wolff hinter der Kommunionbank direkt vor dem alten Hochaltar Mitte der 1960er Jahre einen provisorischen hölzernen Altar aufstellen. Jedoch sollte dieses Provisorium nicht lange währen und so wurden Spenden für den Umbau des Altarraumes gesammelt. In der ersten Jahreshälfte 1971 war es schließlich soweit, es begannen die Umbauarbeiten. Zunächst wurde die alte Kommunionbank abgerissen und entsorgt, die hölzernen Stufen vor dem Hochaltar entfernt und der Fußboden im gesamten Chorraum um eine Stufenhöhe angehoben. Weiterhin wurden die Kinderbänke im Bereich der Vierung entfernt und dort die neue Altarinsel mit drei Stufen Erhöhung erbaut. Man hätte den neuen Altar theoretisch mit deutlich weniger Aufwand auch im Chorraum aufstellen können, wie etwa in Echtz oder Derichsweiler, jedoch war es Pfarrer Wolff wichtig, dass sich die Gemeinde um den Altar versammelt. Dies hat man in Arnoldsweiler durch die Aufstellung in der Vierung erreicht, man sitzt von drei Seiten um den neuen Altar. Der zelebrierende Priester steht also mitten in der Gemeinde, ganz im Geiste des Konzils. Die ursprünglichen Planungen sahen sogar den Abriss des prächtigen Hochaltares und stattdessen die Einrichtung einer Sakramentskapelle vor, diese Planungen sind glücklicherweise nie umgesetzt worden.

Bei der Altarweihe waren neben dem Weihbischof natürlich auch Ortspfarrer Josef Wolff, der aus Arnoldsweiler stammende Pfarrer Helmut Macherey (*1940), der Hausgeistliche der Landfrauenschule Pater Hermann Springob MSF (1909-1985) und Altpfarrer Johannes Dautzenberg (1885-1971) anwesend.

K. Inden

Aweiler Altarweihe 1971 Aweiler Altar 2021
(Foto, Hubert Schiffer, von links: Sekretär des Weihbischofs, Helmut Macherey, Weihbischof Dicke, Hermann Springob, dahinter Josef Wolff)

 

Arnoldsweiler: Tradition des Beierns nach Jahrzehnten wiederbelebt

BeiernAm Vorabend zur Arnoldusoktav erklangen ungewöhnliche Töne vom Arnoldsweiler Kirchturm. Die 4
Glocken schlugen in verschiedenen Rhythmen und Melodien an. Nach vielen Jahrzehnten wurde erstmals wieder gebeiert und damit die bevorstehende Arnoldusoktav eingeläutet. Gleiches wiederholte sich am Schlusssonntag der Oktav, wann eigentlich das Hochamt mit anschließender Prozession hätte stattfinden sollen, was aufgrund von Corona aber leider ausfallen musste. Der geübte Kirchenliedsänger konnte die Anfangstakte von ‚Lobet den Herren‘ ‚Gloria in excelsis deo‘ aus der 2. Choralmesse  und ‚Freu dich, du Himmelskönigin‘ erkennen.

Die Idee hierzu hatte Kilian Inden, weitere Mitstreiter fand er glücklicherweise in Felix Hoffmann und Etienne Voßen. Da in Arnoldsweiler keiner mehr genau wusste, wie das Beiern überhaupt funktioniert, wurde die Beier-Truppe bei YouTube fündig, wo einige Videos hierzu hochgeladen sind. Ganz wichtig war aber auch das Inspizieren des Arnoldsweiler Glockenstuhls. Erfreulicherweise war ein Teil der alten Beier-Vorrichtung noch funktionstüchtig, was die Vorbereitungen etwas erleichterte. Es wurden Seile gekauft, um die Klöppel festzubinden und in die richtige Position zu bringen. An mehreren Abenden übten die drei Beiermänner im Kirchturm, was sicher der ein oder andere Anwohner mitbekommen haben dürfte. In Arnoldsweiler ist es nun möglich, zu dritt die vier Glocken zu beiern, früher war es sogar möglich, dass eine Person drei Glocken bediente. Der bisher letzte Beiermann, der dies noch beherrschte, war Matthias Esser, der das Beiern vor Jahrzehnten aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste und keinen Nachfolger mehr fand.

Das Beiern hat in Arnoldsweiler bereits eine jahrhundertelange Tradition und ist in ganz Nordwestdeutschland verbreitet und gilt als Vorläufer des Glockenspiels. Gebeiert wird in der Regel nur zu hohen Feiertagen, meist am Vorabend, wie innerhalb der Osteroktav, zu Pfingsten, Fronleichnam und zum Patronatsfest. Zusätzlich wurde in Arnoldsweiler während der Fronleichnamsprozession und der Arnoldusprozession gebeiert. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts wurde auch hier noch in fast jedem Dorf gebeiert, aber nach und nach verschwand zumindest im Dürener Land diese Tradition fast gänzlich.  

Die Beier-Truppe in Arnoldsweiler hat auf jeden Fall vor, auch im nächsten Jahr wieder zu beiern und unseren Glocken Johannes, Te Deum, Maria Margarethe und Arnoldus ganz besondere Töne zu entlocken.

(Kilian Inden)

Der Jahresbericht von 2019 der Bücherei finden Sie hier zum Download: Jahresbericht 2019