Berichte

RÜCKBLICK JUGENDHEIM DERICHSWEILER: SURVIVALTAG FÜR KIDS 

20220306 131236Mehr als zwanzig Teilnehmer aus Derichsweiler waren Anfang März zum Survivaltag für Kinder angemeldet. Eigens für diese spannende Aktion reiste der erfahrene Wildnis- und Erlebnispädagoge Christoph Postler aus Trier an, um den Mädchen und Jungen im Alter von 7 bis 14 Jahren in Form eines Workshops Schliche für das „Überleben“ im Wald nahe zu bringen. Wir trafen uns an einem etwas kalten, dafür jedoch trockenen Sonntag an der Gürzenicher Grillhütte. Unser eigentlicher Termin war genau zwei Wochen zuvor durch Orkanböen vereitelt worden. Um so schöner, dass das Wetter beim Ersatztermin mitspielte.
Um in der Wildnis zu bestehen, braucht es Feuer. Somit lautete die erste Aufgabe der Kinder, einen funktionierenden Feuerstarter herzustellen. Ein formschönes Stück Holz müsste dafür für jeden Teilnehmer zurecht gesägt werden. Für den Griff. Nun musste die Rinde vom Holz. Dazu gab es für alle kleinen „Überlebenskünstler“ ein eigenes Schnitzmesser. Nachdem die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen erklärt waren, war der nächste Schritt, das eigene Holzstück mit der Klinge blank zu bekommen. Eine anstrengende Tätigkeit wegen manch verbliebener widerspenstiger Unebenheit im Werkstück.
Nachdem die Rinde komplett herunter war und der Griff Christophs kritischem Blick standhalten konnte, war der nächste Schritt, mittels Akkubohrer zwei Löcher im Holz zu schaffen. Ersteres wurde mit einem Metallstift aus Magnesiumlegierung ausgefüllt. Ins zweite Loch gehörte ein Lederband, um den Feuerstarter bequem am Gürtel tragen zu können. 
Dann ging es ans Ausprobieren. Die Klinge des Schnitzmessers wetzte das Metall des Feuerstarters. Das machte zwar reichlich Funken, doch ein Lagerfeuer zu entfachen, war trotzdem nicht ganz so einfach. Kleine trockene Zweige und Birkenrinde mussten jetzt herangeschafft werden. Und selbst dann war es immer noch schwierig, das Feuer in Gang zu kriegen. Schließlich schaffte hier die Verwendung von etwas Zunderschwamm Abhilfe.
Inzwischen war es bereits Nachmittag geworden. Nach einer kleinen Zwischenmahlzeit waren die Kinder bereit für eine nächste Lektion in der Wildnis. Wie übersteht man eine regnerische Nacht im Wald? Klar, durch Bauen eines Unterstandes. Am Moos erkennt man die Wetterseite eines Baums. Es möchte ja niemand nass werden.
Nachdem solche Feinheiten geklärt waren, ging es ab ins Gehölz. Man machte sich auf die Suche nach herumliegenden Ästen, möglichst groß und passend für den ökologischen Wohnungsbau. Die Kinder trugen in Kleingruppen das notwendige Material zusammen. Am Ende schlossen sich mehrere Gruppen zusammen, um ein größeres Projekt in Angriff zu nehmen.
Auch wenn nicht immer alles gelang, die Kinder hatten erklärtermaßen große Freude an unserer Aktion und verlebten einen wirklich abwechslungsreichen Tag in freier Natur. Es war ein tolles Miteinander. Wenn sich das Handwerken einmal als zu anstrengend und schwierig für Einzelne erwies, half gerne jemand von unserem Betreuerteam aus. Niemand hatte Grund zur Frustration. Dafür vielen Dank an Yvonne und Alex.
Bezahlen musste man für die Teilnahme übrigens nichts. Alles anfallenden Kosten wurden aus dem Fördermitteltopf „Aufholen nach Corona“ der Bundesregierung finanziert.
Das Jugendheim freut sich auf weitere Aktionen in diesem Jahr. So wird es neben Oster- und Sommerferienprogramm im Sommer eine Bogenschießaktion und weitere Highlights geben.

Ab März nach den Gottesdiensten bzw. in St.Peter,Birkesdorf auch tagsüber

Lebensmittelspende

Nach den Osterferien startet im Pfarrheim von St. Joachim in Düren-Nord eine Lebensmittelausgabe für bedürftige Menschen. Sie wird zunächst einmal monatlich an einem Dienstagnachmittag stattfinden. Mit dieser Aktion wollen wir den Blick besonders auf die Menschen lenken, die am Rande unserer Gesellschaft leben und in ihrer finanziellen Not oft nicht wissen, wie sie das Nötigste für sich und ihre Familie für den nächsten Tag bekommen können.

Deshalb bitten wir ab MÄRZ wieder um Lebensmittelspenden,
die in den Kirchen nach den Gottesdiensten bzw. in der Kirche St. Peter, Birkesdorf
auch tagsüber
abgegeben werden können. 

Möglich sind nur Lebensmittel, die mindestens drei Monate haltbar sind und keine Kühlung benötigen. 

Wir sagen jetzt schon von Herzen Danke allen, die uns unterstützen!

Kontakt:

Dorothee Wakefield

Tel.: 0151 – 57459810

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Die aktualisierten Mitglieder der Kirchenvorstände und des Kirchengemeindeverbandsrates sowie ihre Funktionen finden Sie auf unserer Homepage unter Gremien.

 

Die Aktion beginnt am 6. Dezember unter dem Motto #gemeinsamallezusammen 

 
•        Gemeinsamer Aufruf von Generalvikar Dr. Andreas Frick und Stephan Jentgens, Diözesancaritasdirektor im Bistum Aachen 
 
Aachen, 03.12.2021 – Das Bistum Aachen und der Caritasverband für das Bistum Aachen rufen beginnend mit dem Nikolaustag am 6. Dezember zu einer Solidaritätsaktion für die Menschen in den Flutgebieten im Westen Deutschlands auf. Mit einem beleuchteten Fensterbild sollen Menschen ihre Verbundenheit mit den Betroffenen zeigen und für sie spenden. 
„Die Flutwelle, die ganze Landstriche im Westen von Deutschland heimgesucht hat, ist fast fünf Monate her, und noch immer können Betroffene nicht in ihre Wohnungen und Häuser, leben in Übergangswohnungen oder befinden sich in den Anfängen des Wiederaufbaus“, heißt es in einem gemeinsamen Brief von Generalvikar Dr. Andreas Frick und von Stephan Jentgens, Diözesancaritasdirektor im Bistum Aachen, an Kirchengemeinden und Caritas-Einrichtungen. Besonders die Advents- und Weihnachtszeit sei eine Zeit, in der sich die Menschen nach Geborgenheit, Besinnlichkeit und Nähe sehnten. Für viele Menschen in den betroffenen Gebieten und auch darüber hinaus sei diese Zeit in diesem Jahr besonders schwer. 
„Daher bitten wir Sie, ein Zeichen der Verbundenheit und Solidarität zum Ausdruck zu bringen. Wir laden Sie alle ganz herzlich ein, bei der Fensterbildaktion #gemeinsamallezusammen mitzumachen“, schreiben Frick und Jentgens weiter. Die Aktion dauert vom 6. Dezember, dem Nikolaustag, bis zum 6. Januar, dem Dreikönigstag. „Gerade die Advents-und Weihnachtszeit ist eine Zeit, in der in unseren Kirchen und Wohnungen Licht eine große Rolle spielt. Die Welt heller machen können wir alleine schon dadurch, wenn wir auch diejenigen nicht vergessen, die nach der Flut vor dem Nichts stehen, und ihnen helfen“, sagt Generalvikar Dr. Andreas Frick. 
Und so kann man mitmachen: Auf der Internetseite des Diözesancaritasverbandes Aachen gibt es unter www.caritas-ac.de/gemeinsamallezusammen eine Fensterbildvorlage zum Ausdrucken. Die kann ausgeschnitten, mit farbigem Transparentpapier beklebt und ins Fenster gehängt und mit einer Kerze oder einem LED-Licht beleuchtet werden. Detaillierte Anweisungen finden sich auf der Fensterbildvorlage. „So geben Sie zu erkennen, dass Sie die Menschen, die immer noch mit den Folgen der Flutkatastrophe zu kämpfen haben, gerade in der Advents- und Weihnachtszeit nicht vergessen haben“, schreiben Frick und Jentgens weiter. Fotos von den Fensterbildern können mit dem Hashtag #gemeinsamallezusammen bei Facebook mit einer Verlinkung zum Caritasverband (@caritasimbistumaachen), zum Bistum Aachen (@bistumaachen) oder auf Instagram mit einer Verlinkung zu youngcaritas (@youngcaritas_bistum_ac) sowie zum Bistum Aachen (@bistumaachen) gepostet werden. Zudem können Bilder auf der Internetseite www.caritas-ac.de/gemeinsamallezusammen hochgeladen werden. 
Damit die Betroffenen in den Flutgebieten weitere Unterstützung und Hilfe erfahren, werden weitere Spenden benötigt. „Bitte unterstützen Sie die Menschen mit Ihrer Geldspende“, rufen der Generalvikar und der Diözesancaritasdirektor auf. Spenden werden erbeten auf das Spendenkonto des Caritasverbandes für das Bistum Aachen, IBAN: DEDE92 3706 0193 0001 3101 00, BIC: GENODED1PAX, Stichwort: „Fluthilfe“, oder auf das Konto des Solidaritätsfonds für vom Hochwasser betroffene Kinder und Familien des Bistums Aachen: IBAN, DE72 3706 0193 1000 1000 60, BIC:GENODED1PAX. 
„Wir würden uns sehr freuen, wenn viele Menschen in unserem Bistum und darüber hinaus diese Aktion mittragen. Vielen Dank für Ihre Unterstützung und Solidarität“, heißt es in dem Brief von Frick und Jentgens weiter. Diözesancaritasdirektor Stephan Jentgens glaubt, dass bei der Überwindung der Folgen der Flut ein langer Atem gefragt ist: „Die Schäden zu beseitigen, Strukturen wiederherzustellen wird kein Sprint, sondern ein Ausdauerlauf. Und den können wir nur durchhalten, wenn wir zusammenstehen und vor allem diejenigen besonders im Blick haben, die wenig hinzuzusetzen haben und die auch sonst von der Gesellschaft abgehängt sind“, sagt er. 
Der Caritasverband für das Bistum Aachen verwaltet – auch im Auftrag des Bistums Aachen – Spendengelder für Flutopfer, die bislang über den Solidaritätsfonds des Bistums für vom Hochwasser betroffene Kinder und Familien (derzeitiger Stand: 600.000 Euro) sowie Caritas international im Bistum Aachen eingegangen sind. Insgesamt stehen derzeit annähernd 4,1 Millionen Euro zur Verfügung. (iba / Na 055) 
 
21na55 Solidaritätsaktion Copyright DiCV
 
Mit einem Fensterbild Solidarität zeigen mit den Menschen in den Flutgebieten im Westen Deutschlands, dazu rufen das Bistum Aachen und der Caritasverband für das Bistum Aachen auf. 
 
Foto: DiCV Aachen 

Ergebnis der Wahlen zum GdG-Rat

Gewählt wurden je zwei Vertreter einer Gemeinde:

Verena Bröder, Monika Kohlhaas (St. Mariä Himmelfahrt)
Norbert Hommes, Ursula Müller (St. Peter Merken)
Kilian Inden, Karola Sieger-Schmitz (St. Arnoldus)
Elisabeth Kesseler, Vera Randerath (St. Martinus Derichsweiler)
Birgit Pohl, Marcus Seiler (St. Michael Echtz)
Nadine Winhoven, Robert Uebel (Herz-Jesu Hoven)
Barabara Vostell (St. Joachim)
Marion Viehöver, Roswitha Reimer (St. Peter Birkesdorf)

Am Mittwoch, den 24.11. fand in der Kirche St. Peter Birkesdorf die konstituierende Sitzung des GdG-Rates statt.
In den Vorstand wurde einstimmig gewählt:
1. Vorsitzender Marcus Seiler
Stellvertreterin: Birgit Pohl
weiteres Vorstandsmitglied: Kilian Inden

Desweiteren gehören noch Pastoralreferentin Maria Buttermann und Pfarrer Norbert Glasmacher zum Vorstand.

 

STIPENDIENPROGRAMM IM SENEGAL

Am Weltmissionssonntag 2021 wurde in Hoven für das Stipendien-Programm der "Armen-Schwestern" vom Hl. Franziskus im Senegal gespendet.

Sr. Marvi hat einen Bericht aus dem Senegal zu diesem Projekt gesandt, den wir hier gerne veröffentlichen:

"Seit 1990 haben wir ein Fundraising-Programm gestartet, um das Studium von Kindern, Jugendlichen und Studenten aus benachteiligten Familien zu unterstützen. Ziel des Programms ist es, mittellosen Familien einen Hoffnungsschimmer zu geben, indem den Kindern eine gute und kontinuierliche Schulbildung ermöglicht wird.

Im Jahr 2020 profitierten 247 Schüler und Studenten von diesem Programm. Familien beteiligen sich nach Möglichkeit an den Schulkosten; ansonsten trägt unsere Gemeinde die Kosten für Einschreibung, monatlichen Schulgebühren, Uniformen und Schulmaterial.

B0Viele von ihnen besuchen unsere Kindergärten, Grundschulen und Berufsbildungszentren für Mädchen in Parcelles Assainies und Keur Mbaye Fall (zwei große Vororte der Hauptstadt Dakar), Koungheul und Lwanga (große Dörfer in der Zentralregion Kaolack), Samine (Dörfer von Casamance, im südlichen Senegal). Andere Schüler besuchen weiterführende Schulen und Universitäten in anderen senegalesischen Städten. Einige sind junge Seminaristen. Wir versuchen, die Familien zu ermutigen, Mädchen und junge Frauen studieren zu lassen, um der leider immer noch bestehenden Diskriminierung zwischen Jungen und Mädchen entgegenzuwirken.

Dies ist die Verteilung 2020:

     • Parcelles Assainies: 45
     • Keur Mbaye Fall: 21
     • Koungheul: 64
     • Lwanga: 12
     • Samine und Nachbardörfer: 105

Jeder Beitrag, den Sie leisten können, ist willkommen und ein Segen für Kinder und ihre Familien. Ihnen allen herzlichen Dank für das, was Sie in den letzten Jahren für unsere Mission im Senegal geleistet haben. In diesem Jahr ist Ihre Großzügigkeit noch wertvoller und geschätzter, denn wir wissen, dass Ihre Region im Juli schmerzlich von der Flut getroffen wurde. Wir sind euch allen im Gebet nahe, insbesondere den Familien, die einen schweren Verlust von Angehörigen und materiellen Schaden erlitten haben.

Gott schütze Sie!
Sr Marvi Delrivo sfp"

 

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Eine jüdische Familie in Arnoldsweiler – Ein Aufruf gegen das Vergessen!Judenstern

Familie Schönfeld, das war eine jüdische Familie, fest verankert im Arnoldsweiler Dorfleben, Betreiber einer nicht koscheren Metzgerei in der Arnoldusstraße 15, wo die Arnoldsweiler ein und aus gingen.

Familie Schönfeld, das waren Vater Moritz (* 4.6.1886 in Arnoldsweiler) und Mutter Alma, geb. Stern (* 10.12.1889 in Großkrotzenburg), die am 15. Januar 1918 heirateten. Dazu kamen am 22.10.1918 Sohn Josef, am 28.7.1923 Sohn Heinz und am 20.7.1930 Sohn Arno. Eine ganz normale, fünfköpfige Familie. Außerdem wohnte im Haus noch Tante Berta          (* 2.7.1882 in Arnoldsweiler), die unverheiratete Schwester von Moritz.

Vater Moritz Schönfeld, der noch 10 Geschwister hatte und der jüngste war, übernahm nach dem Tod seines Vaters Josef 1911 die väterliche Metzgerei. Um diese Zeit hatte er auch sein linkes Bein durch einen Unfall verloren. Dennoch konnte er den Metzgerberuf ausüben.

Die Schönfelds mit ihren drei Söhnen waren keine strenggläubigen Juden. Sie aßen Schweinefleisch und verkauften dieses auch in ihrer Metzgerei. Vor allem Mutter Alma war sozial engagiert, sie kochte jeden Freitag für arme Arnoldsweiler Mitbürger ein Essen. Aber auch Moritz Schönfeld war in der Dorfgemeinschaft aktiv, er war Mitglied im Männergesangverein Arnoldus und regelmäßiger Gast in der Wirtschaft ‚En de Hött‘, die sich direkt an der Kirche befand. Ihre beiden Söhne Josef und Heinz gingen im Vorschulalter in die Kleinkinder-Bewahrschule im Kloster der Franziskanerinnen in der Ellener Straße. Ganz selbstverständlich nahmen die drei Kinder auch an den Martinszügen teil. Die Söhne gingen zur hiesigen Volksschule, Josef besuchte später das Realgymnasium in Düren. Nur am katholischen Religionsunterricht nahmen sie nicht teil, sie besuchten den jüdischen Unterricht in Düren.

Im Jahr 1933 war Josef mit der Schule fertig und wollte Bäcker werden, eine Lehrlingsstelle hatte er schon in Aussicht. Allerdings kam es anders, denn Hitlers Machtergreifung kam dazwischen. Josef ging nach Wiesbaden und begann eine Lehre als Koch, die er aber 1934 ebenfalls abbrechen musste. Er kehrte nach Arnoldsweiler zurück und arbeitete in der Metzgerei mit.

Heinz begann nach seinem Volksschulabschluss um 1937 eine Lehre als Schreiner bei den Gebr. Hinzen in der Ellener Straße.

Arnoldsweiler konnte nicht als Nazi-Hochburg gelten, die NSDAP kam bei der Reichstagswahl im November 1932 nur auf 3,1 %, im März 1933 stimmten 18 % für die NSDAP, im gesamten Reich lag der Anteil bei 43,9 %. Zudem predigte Ortspfarrer Johannes Dautzenberg bei jeder guten Gelegenheit gegen das Nazi-Regime, er wurde dann auch als Staatsfeind bezeichnet. Aber auch in Arnoldsweiler half dies alles nichts, 1937 wurde Moritz Schönfeld der Gewerbeschein entzogen und er musste für eine Woche ins Gefängnis. Am 10. November 1938 wurde sein Geschäft von einem auswärtigen SA-Trupp unter Beteiligung von vier Nazis aus Arnoldsweiler verwüstet, anschließend arbeitete er trotz seiner Behinderung in einem Steinmetzbetrieb in Rölsdorf. Dies reichte für den täglichen Bedarf nicht aus, die Familie musste sämtliches Hab und Gut verkaufen.

Aber es kam noch schlimmer, denn am gleichen Tag wurde der älteste Sohn Josef in Schutzhaft genommen und in das KZ Buchenwald deportiert. Nach 2 Monaten wurde er entlassen und kehrte abgemagert nach Arnoldsweiler zurück. Aufgrund der Bürgschaft einer Tante gelang es Josef Schönfeld 1939 aus Deutschland in die USA auszuwandern, wo er den Namen Joe Allan Shone annahm. Damit rettete er sich das Leben. Auch der Rest der Familie hätte diese Möglichkeit gehabt, wenn Vater Moritz nicht in dem Glauben abgelehnt hätte, dass Hitler und sein Regime nicht mehr lange an der Macht bleiben würden. Dieser Gedanke wurde der Familie zum Verhängnis.

So kam es, wie es Millionen von anderen Juden auch wiederfuhr: Moritz und Alma Schönfeld wurden zwischen März und Juli 1942 mit ihrem erst 10-jährigen Sohn Arno und der auch im Haus wohnenden Tante Berta in das Ghetto Izbica bei Lublin deportiert, wo sich die Spuren aller vier verlieren. Entweder sie verhungerten dort, oder wurden auf welche Art auch immer ermordet. Der mittlere Sohn Heinz war vermutlich seit März 1941 Zwangsarbeiter in der Kali-Chemie in Stolberg-Atsch, von wo er 1942 in den Osten deportiert und ermordet wurde.

Die beiden einzigen überlebenden Arnoldsweiler Juden waren Josef, der zunächst in New York und später in Port Richey in Florida als Joe Allan Shone lebte und die Schwester seines Vaters, Tante Adele (* 24.5.1875 in Arnoldsweiler), die 1918 den evangelischen Molkereibesitzer Heinrich Kollmann heiratete (das Haus befand sich an der Stelle der heutigen Arnoldus-Apotheke). Ihr Mann Heinrich wurde mehrfach verprügelt und genötigt sich von seiner Frau scheiden zu lassen, was er nicht machte und dadurch Adele das Leben rettete. Heinrich Kollmann hinkte seitdem bis an sein Lebensende. Adele Kollmann starb am 3.1.1954 in Arnoldsweiler, sie wurde auf dem jüdischen Friedhof in Düren beerdigt.

Josef bzw. Joe hatte seine beiden Eltern und seine beiden Brüder verloren. Davon erfuhr er aber erst 1946 oder 1947 durch ein Schreiben von Pfr. Dautzenberg. Er heiratete 1948 die ebenfalls aus Deutschland emigrierte Irma Stern (* 1920), mit der er einen Sohn hatte. Bis zu seinem Ruhestand 1980 arbeitete der als Koch. Er besuchte noch 3 oder 4 mal seinen Heimatort Arnoldsweiler, wo ihn beim letzten Besuch aber keiner mehr erkannt hat. Er starb am 22.8.1997 in Florida.

2020 besuchten die beiden Enkel von Josef Schönfeld bzw. Joe A. Shone Arnoldsweiler und Düren, wo sie den Spuren ihrer Vorfahren nachgingen. Zum Glück steht das Geburtshaus ihres Opas noch, es ist das alte Fachwerkhaus an der Kirche und auch das Haus der Metzgerei und Wohnhaus der Familie, direkt links neben Machereys Hof.  

Heute lebt in Arnoldsweiler keine einzige jüdische Familie mehr, das öffentliche jüdische Leben in Düren ist ebenso ausgelöscht. Leider erinnert in Arnoldsweiler immer noch nichts an Familie Schönfeld und ihr Schicksal, kein einziger Stolperstein wurde bisher verlegt, am Kriegerdenkmal und auch in der Gedächtniskapelle in der Arnolduskapelle tauchen ihre Namen selbst 2021 immer noch nicht auf.

K. Inden

Quellen:

  • Wyrsch (1997): Von Abraham Fromm zu Josef Schönfeld. Zwei jüdische Familien in Arnoldsweiler seit 1800 bis zum Holocaust, in: Dürener Geschichtsblätter Nr. 84, Düren 1997, S. 467 ff.
  • Arnolds (2015): Arnold von Arnoldsweiler, Köln 2015, S. 288 f.

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MessdienerausflugDer goldene Herbst zeigte sich von seiner besten Seite als unsere Messdienergemeinschaft sich am ersten Samstag der Herbstferien auf den Weg ins Phantasialand machte. Dort erlebten fast 60 Messdienerinnen und Messdiener einen phantastischen Tag voller Spaß und Abenteuer. Die Freude war groß, nach langer Zeit nochmal einen Ausflug gemeinsam zu unternehmen. Auf der Hinfahrt herrschte schon eine tolle Stimmung. Im Phantasialand angekommen machten die Kinder und Jugendlichen sich in Kleingruppen auf den Weg,  die verschiedenen Themenbereiche zu erkunden. So ging es vom alten Berlin aus ins mittelalterliche Klugheim, ins alte China, nach Afrika, Mexiko und ins verwunschene Wuze-Town.

Überall erwarteten uns rasante Achterbahnen und weitere Attraktionen für Groß und Klein. Auch das kulinarische Angebot konnte sich sehen lassen: Zuckerwatte, Eis, Pommes, Burger, Schweinshaxe. Es war wirklich für jeden etwas dabei.

MessdienerausflugBesondere Highlights waren die rasanten Achterbahnen FLY und Taron auf denen wir mit über 100 km/h durch die Lüfte und Höhen katapultiert wurden. Viele Kinder erfreuten sich bei strahlendem Sonnenschein auch noch an den Wildwasserattraktionen River Quest und Chiapas.

 

Auf der Rückfahrt freuten sich die Betreuer auf müde Kinder.  Die hatten allerdings noch so viel Energie, dass im Bus noch gemeinsam gesungen wurde. Wir freuen uns auf den nächsten Messdienertag zu Nikolaus am Sonntag, den 05.12.2021!

 

Für das Vorbereitungsteam René Streitenbürger

carloIst dieser junge Mann wirklich tot, oder schläft er nur? Diese Frage haben sich manche Besucher der Kirche Santa Maria Maggiore in Assissi gestellt, wenn sie den in einem Hochsarg aufgebahrten Leichnam Carlo Acutis, bekleidet mit Jeans, Sweat- Shirt und Turnschuchen, durch ein Glasfront des Sarges gesehen haben. Dieser Junge Mann, der im Alter von nur 15 Jahren an einer aggressiven Form von Leukämie verstarb, wurde am 10. Oktober 2020 selig gesprochen.

Bereits mit sieben Jahren empfing er auf eigenen Wunsch und mit Genehmigung des örtlichen Bischofs die Erstkommunion, da er eine besondere Verehrung für das hochheilige Altarsakrament hegte. Ab diesem Zeitpunkt besuchte er täglich die Heilige Messe. Gleichermaßen zeigte Carlo Empathie mit Kranken und Obdachlosen, mit denen er oft sein Taschengeld und seine Brotzeit teilte. Auch die Tierliebe war ihm ein besonderes Anliegen im Sinne des heiligen Franziskus, den er als Vorbild schätzte. Aus gut situiertem Elternhaus stammend, wurde er von seinen Zeitzeugen als bescheiden, zurückhaltend und sehr hilfsbereit geschildert. Als jemand, der immer ein offenes Ohr für die Prob- leme seiner Kameraden und Mitmenschen hatte.

csm Carlo Acutis 3c5375060aCarlo war aber auch ein ganz „normaler“ Teenager. Er teilte Interessen mit seinen gleichaltrigen Freunden wie Fußball oder das Spiel an der Playstation. Auffällig war obendrein die Begabung für Informatik: Als Zehnjähriger begann Carlo zu programmieren, gestaltete Websites und Layouts für Online-Zeitungen. Als Elfjähriger begann er in versessener Detailarbeit, ein Online-Verzeichnis weltweiter eucharistischer Wunder zu erstellen. Eine daraus entwickelte Ausstellung umfasst 146 Schautafeln. Sie wurde nach seinem Tod in zahlreiche Sprachen übersetzt, in vielen Ländern gezeigt sowie als Buch veröffentlicht.

Anfang Oktober 2006 wurde bei dem 15-Jährigen eine schwere Leukämie-Erkrankung festgestellt. Als Carlo erfuhr, dass er unheilbar erkrankt war, widmete er sein restliches Leben und Leiden öffentlichkeitswirksam dem Papst und der Kirche.

Es ist dieses tragische Ende, das ihn in den Augen vieler Gläubiger zu einem Heiligen machte. Er starb am 12. Oktober 2006 und wurde seinem Wunsch ent- sprechend in Assisi beigesetzt.

Die tiefe Bewunderung seines kurzen, beispielhaften Lebens und die große Verehrung durch viele beeindruckte Zeitzeugen und Gläubige führte bereits 2012zum Beginn eines Seligsprechungsprozesses, der am 21. Februar 2020 mit der Anerkennung eines Wunders durch Papst Franziskus abgeschlossen wurde. Ein kleiner sechsjähriger brasilianischer Junge, der an einer schweren Deformation der Bauchspeicheldrüse litt und wenig Lebenserwartung hatte, wurde nach der Berührung mit einer Reliquie von Carlo Acutis geheilt.

Carlo Acutis kann besonders für die junge Generation ein Vorbild sein. Er gilt als authentisches Zeugnis für einen Jugendlichen, der eine gleichermaßen verantwortungsbewusste und moderne Lebensgestaltung mit einem tiefem Glauben vereinbarte. (Quellen: katholisch.de / mk-online.de )

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