Berichte

+++ Anmeldung Gottesdienste Heiligabend +++

Unsere Gottesdienste für Heiligabend stehen nun fest. Das Besondere in diesem Jahr: Eine Mitfeier ist ausschließlich nach vorheriger Anmeldung möglich. Alle Infos zum Anmeldeverfahren finden Sie hier. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir angesichts der aktuellen Corona-Situation diese Maßnahmen ergreifen müssen.

1. Telefonische Anmeldung

Für einen der folgenden Gottesdienste rufen Sie an unter Tel. 981412:

15:00 Uhr

Herz Jesu, Hoven

Familiengottesdienst

15:00 Uhr

St. Martin, Derichsweiler

Familiengottesdienst

22:00 Uhr

St. Peter, Merken

Christmette

22:00 Uhr

St. Peter, Birkesdorf

Christmette

 

Für einen der folgenden Gottesdienste rufen Sie an unter Tel. 87904:

16:00 Uhr

St. Mariae Himmelfahrt, Mariaweiler, Pausenhalle Anne-Frank-Gesamtschule (draußen!) 

Christmette

17:00 Uhr

St. Michael, Echtz

Wortgottesfeier

17:00 Uhr

St. Joachim, Norddüren

Wortgottesfeier

18:30 Uhr

St. Arnold, Arnoldsweiler

Christmette

 

Die telefonische Anmeldung ist ausschließlich zu folgenden Zeiten möglich:
Montag 07.12.20:  15 – 18 Uhr
Dienstag 08.12.20:  15 – 18 Uhr
Mittwoch 09.12.20:  15 – 18 Uhr
Donnerstag 10.12.20:  15 – 18 Uhr
Freitag 11.12.20:  15 – 18 Uhr

2. Anmeldung per Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Bitte teilen Sie uns neben dem Gottesdienst, den Sie an Heiligabend besuchen möchten,
Ihren Namen, Adresse und Telefonnummer mit. Familien/Haushalte können gemeinsam
angemeldet werden (bitte dann alle Namen angeben!).
Wichtig:
Um allen Interessierten gleiche Chancen bei der Platzzuteilung einzuräumen,
berücksichtigen wir nur Mailnachrichten, die ab 07.12.20, 15 Uhr eingehen. Vorherige
Mails werden nicht berücksichtigt! Ihre Mail muss bis spätestens 08.12.2020 18 Uhr
eingegangen sein.

Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir angesichts der aktuellen Corona-Situation diese Maßnahmen ergreifen müssen.

 

KINDERGARTEN- UND GRUNDSCHUL-PROJEKT HL. FRANZISKUS VON ASSISI im SENEGAL - unterstützt von der Pfarre Herz-Jesu Hoven

2005 eröffneten wir eine neue Gemeindschaft in Casamance, in Samine, in der Mission von Temento, in der Region und Diözese von Kolda.

Dies ist eine der bedürftigsten Regionen im Senegal. Seit viele Jahren ist sie Schauplatz des Guerillakriegs von einer sezessionistischen politisch-militärischen Gruppe. Die Einfälle lokaler Rebellen und des benachbarten Guinea-Bissau haben die Dörfer verwüstet und die Menschen gezwungen, anderswo Zuflucht zu suchen, Dies führte zu schwerwiegenden menschlichen und wirtschaftlichen Verlusten. Dank der Bemühungen der Bevölkerung und der Missionare war eine großartige Wiederaufbauarbeit möglich, aber der Mangel an Infrastruktur und Grundversorgung (Gesundheit und Bildung) ist eine Belastung für die Menschen, die bereits seit langer Zeit leidgeprüft sind.

Von Anfang an haben wir versucht, ein Zeichen des Friedens und der Hoffnung unter ihnen zu sein. Wir haben insbesondere menschliche und wirtschaftliche Energie in die Förderung der Schulbildung investiert. Tatsächlich sind die drei Schwestern der Kairos-Gemeinschaft (Kairos bedeutet “Frieden” auf der Landessprache) an der Bildung beteiligt: Sr. Maria aus Italien mit Mädchen und Frauen, die keinen Zugang zur Schule hatten; Sr. Sophie und Sr. Sylviane aus Senegal mit den Kindern des Kindergartens und der Grundschule.

Im Schuljahr 2019-2020 waren 672 Kinder mit 26 Lehrern und 5 Mitarbeitern im Kindergarten, in der Grundschule von Samine und in den 8 kleinen Mehrklassenschulen in den Nachbardörfern eingeschrieben.

Kindergartenkinder essen jeden Tag in der Kantine; Grundschulkinder essen in der Kantine zweimal pro Woche: dank ausgewogener Mahlzeiten, ist dies auch ein großer Beitrag zur körperlichen Entwicklung der Kinder; erforderlichenfalls versichern wir ihnen auch den Erwerb von Arzneimitteln.

Die Covid 19-Pandemie hat uns daran gehindert, das Programm regelmäßig durchzuführen, aber zumindest konnten wir einen Teil des Gehalts für das Schulpersonal sichern.

Die Schule beginnt am 12. November wieder und wir hoffen, dass alles sicher gemacht werden kann.

Vielen Dank an Sie alle für das, was Sie bereits für unsere Kinder im Senegal getan haben und für das, was Sie tun werden! Möge Gott Sie alle, Ihre Familien, segnen und Sie in dieser schwierigen Zeit der Pandemie gesund halten.

Liebe Gruße, wir beten immer für euch

Schw. Marie Augustine Ndione sfp

Unvergessen! ... mit Rückenwind

Unter diesem Motto stand die Gedenkstunde an Allerheiligen in Echtz für alle Verstorbenen. Durch die musikalische Gestaltung des Chores "More than Gospel", die gleichzeitig besonders ihrer bereits verstorbenen Mitglieder/innen gedachten, erhielt diese Andacht eine besondere Stimmung. Die Musik hilft uns Emotionen zu transportieren und unseren meist stillen Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Dies gelang besonders den beiden Solostimmen von Lea Krings und Leonie Pohl. Beide berührten durch ihren Gesang viele Besucher/innen und spendeten auf besondere Art und Weise Trost, so wie es nur die Musik vermag. 

 

Unvergessen mit Rückenwind

Auch in Zukunft sollen die "offenen Kirchen" immer wieder bewusst musikalisch gestaltet werden. Dies kann beispielsweise in Form von Orgelspiel und/oder (Chor)-Gesang geschehen. Die vielfältigen Möglichkeiten unserer Organisten und Chöre sowie einiger ehrenamtlicher Musiker lassen ein abwechslungsreiches Angebot erwarten. 

Herzliche Einladung an alle, die in andächtiger Atmosphäre bei schöner Musik einmal unsere Kirchenräume auf eine alternative Art erleben wollen.

Die Termine der "offenen Kirchen" entnehmen Sie bitte der Gottesdienstordnung.

Corona Plakat 1020

 

Liebe Gemeindemitglieder,

zum Schutz für uns alle sind unsere Gottesdienste an strenge Bedingungen geknüpft. Wegen der hohen Infektionszahlen bittet der Generalvikar des Bistums Aachen eindringlich, die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu beachten:

  • Abstandsregeln
  • Hygiene durch Hand-Desinfizierung
  • Tragen einer Mund-Nasen Maske während des gesamten Gottesdienstes
  • kein Gemeindegesang
  • gründliches Lüften der Räumlichkeiten
  • vorherige Anmeldung erforderlich
Neben den oben genannten finden Sie ausführliche Informationen auf den Bistumsseiten.
Darüber hinaus wollen wir genauso eindringlich im Gebet Gott um Hilfe und Schutz bitten und um ein Ende dieser Pandemie.

 

Pfarrer Norbert Glasmacher

Roboterdämmerung in der Corona-Krise

Die Corona-Krise hat die Menschen fest im Griff, und die ständig neuen Zahlen und Regelungen sind für viele eine alltägliche Belastung. Hier wollte Pfarrer Heinrich Plum einen Kontrapunkt setzen, der den Menschen eine Zeit der Besinnung und der Einkehr schenken sollte. Deswegen stellte er in der Echtzer Pfarrkirche seine neueste Erzählung „Roboterdämmerung“ vor. Damen des Pfarreirates hatten die Kirche dazu in ein Meer aus Kerzenlicht getaucht. 20 TeilnehmerInnen hatten sich für die Lesung angemeldet (hier wurde man dann doch wieder von Corona eingeholt).

Pfarrer Plum wäre nicht Pfarrer Plum, wenn er nicht gleich zu Beginn eine Kostprobe seines hintergründigen Humors gegeben hätte und damit die Anwesenden sofort für sich gewann. „Können mich alle hören?“ fragte er ins Mikrophon. Das allgemeine Nicken resümierte er mit der Bemerkung: „Es scheint so zu sein. Aber die nichts hören können, können sich ja auch nicht melden, weil sie ja meine Frage nicht gehört haben…“
Hans-Leo Simons ist ein pensionierter Pfarrer, der in eine andere Stadt gezogen ist. Dort führt in ein kleines Mädchen, Kristinchen, zu ihrem Opa, der zufällig ein Schulkamerad des Pfarrers ist. Dieter Weinmann ist Direktor einer hochmechanisierten Autofabrik. Er lädt Simons zu einem Besuch ein. Weinmann, früher sehr gläubig, berichtet, dass er seinen Glauben verloren habe. Er orientiere sich nun an der Realität. In der automatisierten Werkshalle, in der der Mensch nur noch kontrolliert, fragt er: Wo soll ich denn hier ein Kreuz aufhängen? Dahinter steckt natürlich die Frage: Hat den Gott in unserer „Realität“ überhaupt noch Platz?

Simons lässt sich nicht beunruhigen uns sagt Weinmann, dass er ihm die Frage gerne bei einem abendlichen Besuch beantworten wolle. Bei Weinmann gibt es einen Roboter namens Otto, der den beiden roten Wein serviert.
 
Simons erklärt, dass der Mensch das Lebewesen ist, das Gott am ähnlichsten ist, wie die Bibel berichtet. So könne er auch den Roboter schaffen, so wie Otto, der dem Menschen wiederum ähnlich ist, doch auch nicht. Zieht man den Stecker, ist der Roboter aus.
 
Dem Menschen kommt dagegen Kreativität zu. Er kommt nicht zur Ruhe und will Gott nachahmen. Simons stellt die Frage, wenn Kristinchen oder der Roboter entführt würden, was sei wohl schlimmer? Natürlich ist auch Weinmann klar, dass der Roboter ersetzbar ist, Kristinchen aber nicht. Damit wird klar, dass jeder Mensch einzigartig und letztlich unersetzbar ist. Darin spiegelt sich seine Würde als Geschöpf Gottes wieder.

Natürlich kommt es auch auf die Frage, warum Gott so viel Ungerechtigkeit auf der Welt zulasse. Doch die Frage ist letztlich falsch gestellt. Sie muss lauten, warum wir so viel Ungerechtigkeit zulassen. Das Gebot der Nächstenliebe sollte uns anders handeln lassen. Simons gibt zu, dass wir, was die Nächstenliebe angeht, noch Lehrlinge seien, und das gelte auch für die Kirche an sich.

Doch es gibt auch Vorbilder, die uns den Weg weisen, z. B. Heilige. Jedoch bestehe noch zu viel Furcht voreinander, Egoismus, Gier, Rassismus und Fremdenhass stünden oft an erster Stelle. Dabei ist die Kreativität vorhanden, jedoch muss sich daraus die Nächstenliebe auch entwickelt.
Über das Gespräch kommt Kristinchen herein, die den Roboter Otto als wundersames Spielzeug verehrt und ihn freudig umhalst. Darüber zerbricht er und verliert Arme und Beine.

Nun muss Dieter Weinmann zugeben: Besser dass Otto beschädigt wurde als dass Kristinchen etwas zugestoßen wäre.

Die Würde des Menschen gerade auch gegenüber der Technik tritt klar zutage, und die Würde ziehen wir aus unserem Geschaffensein durch Gott. Damit hat, das kann man vielleicht als Lehre ziehen, das Kreuz überall Platz, auch in der Fabrikhalle.

Pfarrer Plum erntete viel Applaus für die Erzählung, die mit ihrem Tiefgang natürlich die Zuhörer auch zum Nachdenken anregte.
Aber wieder wäre Pfarrer Plum nicht Pfarrer Plum, wenn er nicht mit einer Zugabe in Form einer humorvollen Kurzerzählung die Spannung auflöste: Ein falscher Bettler, der angeblich nicht mehr gehen kann, schleppt sich vor das Pfarrhaus und bittet um Geld, weil er arm und hungrig sei und nicht mehr richtig gehen könne. Auch ein Essen lehnt er ab, er will nur Geld. Der Pfarrer rät ihm, Hilfe beim Heiligen Petrus zu suchen, der ein Wunder verbringen könne. Wutentbrannt humpelt der falsche Bettler davon. Von seinem Gartenfenster sieht der Pfarrer dann, wie der Bettler nun aufrechten Schrittes zügig weggeht. Der Pfarrer öffnet das Fenster und ruft dem Bettler hinterher, dass er anscheinend ein gottesfürchtiger Mensch sei und Petrus überzeugt haben müsse. So schnell, sagt der Pfarrer, sei noch nie ein Wunder geschehen…

Mit einem gemeinsamen Vater unser und einem Abendgebet endete die Lesung, die ihr Ziel, den Menschen einen Augenblick der Besinnlichkeit und des inneren Friedens zu schenken, voll erreicht hatte.

Bericht: Marcus Seiler
 

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                                                                                                                                                            csm Lichtertueten Kopie2020 6029fa9dee2020 tld logo  

St. Martinsaktion der Echtzer Messdiener/innen

In diesem Jahr muss das St. Martinsfest leider anders ablaufen als all die Jahre zuvor. Der große Martinsumzug durch die Straßen und das gemeinsame Singen der Kinder fehlt in dieser dunklen Jahreszeit, mit der Pandemie als ständigem Begleiter, um so mehr.

Daher möchten die Echtzer Messdiener/innen ein Licht mit Ihnen teilen. Wir wollen kleine Laternen basteln und diese gegen eine kleine Spende an Sie abgeben.

So können wir die Martinsstimmung auch in diesem Jahr gemeinsam erleben.

 

Die gebastelten Laternen können am 08.11.2020 nach der Messe um 9:30 Uhr in unserer Kirche St. Michael von Ihnen abgeholt werden. 

Am 11.11.2020 können Sie diese dann mit einem kleinen Elektrolicht in Ihr Fenster stellen.

Sie können die Laternen auch gerne unter der folgenden Emailadresse bis zum 06.11.2020 vorbestellen: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Wir freuen uns über jede Unterstützung unserer Aktion und wünschen Ihnen eine Martinszeit voller Licht.

Neue Enzyklika von Papst Franziskus „Fratelli tutti“ vom 4. Oktober,
Fest des Heiligen Franz von Assisi

Geschwisterlichkeit und soziale Freundschaft – das ist der Weg, den der Papst aufzeigt, um mit dem vereinten Einsatz aller Gutwilligen eine bessere, gerechtere und friedlichere Welt aufzubauen. Deutlich bekräftigt er sein Nein zum Krieg und zu einer Globalisierung der Gleichgültigkeit.

Mit welchen großen Idealen, aber auch auf welchem konkreten Weg lässt sich eine gerechtere und geschwisterlichere Welt aufbauen, was die privaten, die sozialen, aber die politischen oder die internationalen Beziehungen betrifft? Das ist die Frage, auf die „Fratelli tutti“ zu antworten versucht. Der Papst stuft sie selbst als „Sozialenzyklika“ ein. Sie entlehnt ihren Titel den Ermahnungen des hl. Franz von Assisi, der sich mit diesen Worten „an alle Brüder und Schwestern“ wandte, „um ihnen eine dem Evangelium gemäße Lebensweise darzulegen“.

Es geht dem päpstlichen Lehrschreiben darum, das weltweite Verlangen nach Geschwisterlichkeit und sozialer Freundschaft zu fördern. Im Hintergrund steht die Corona-Pandemie, die, wie Franziskus formuliert, „unerwartet ausbrach, als ich dieses Schreiben verfasste“. Der globale Gesundheitsnotstand habe einmal mehr gezeigt, dass niemand sich allein rette und dass jetzt wirklich die Stunde gekommen sei, um „von einer einzigen Menschheit zu träumen“, in der wir „alle Geschwister“ sind.

„Die Schatten einer abgeschotteten Welt“ – so heißt das erste der insgesamt acht Kapitel, in dem das Dokument sich mit den negativen Seiten unserer Epoche beschäftigt. Da geht es um Manipulation und Entstellung von Begriffen wie Demokratie, Freiheit oder Gerechtigkeit; um Egoismus und Desinteresse am Gemeinwohl; um das Vorherrschen einer Logik des Marktes, die auf Profit aus ist und vermeintlich unnütze Menschen an den Rand drängt; um Arbeitslosigkeit, Rassismus, Armut; um rechtliche Ungleichheit, Sklaverei, Menschenhandel, Zwangsabtreibungen und Organhandel. Der Papst unterstreicht, dass diese globalen Probleme auch ein globales Handeln erforderlich machen, und wendet sich gegen eine „Kultur der Mauern“, die zu einer Blüte des organisierten Verbrechens, zu Angst und Einsamkeit führen.

All diesen Schatten stellt die Enzyklika dann aber ein leuchtendes Beispiel entgegen: das des barmherzigen Samariters, mit dem sich das zweite Kapitel („Ein Fremder auf dem Weg“) beschäftigt. Der Papst arbeitet heraus, dass in einer kranken Gesellschaft, die dem Schmerz den Rücken kehrt und sich um die Schwachen und Verletzlichen nicht kümmert, wir alle dazu aufgerufen sind, uns um unsere Nächsten zu kümmern und dabei Vorurteile und Privatinteressen beiseite zu lassen. Wir alle sind, wie Franziskus betont, mitverantwortlich für den Aufbau einer Gesellschaft, die alle Hilfsbedürftigen zu integrieren und zu unterstützen versteht. Die Liebe baut Brücken, und „wir sind für die Liebe geschaffen“, schreibt der Papst, um vor allem die Christen dazu zu ermutigen, Christus in jedem ausgeschlossenen Menschen zu erkennen.

Die Politik, die wir heute brauchen, ist nach Ansicht von Franziskus eine Politik, die sich auf Menschenwürde konzentriert und sich nicht vor dem Finanzsektor beugt, denn „der Markt allein löst nicht alle Probleme“, wie das von den Finanzspekulationen ausgelöste „Vernichtungswerk“ gezeigt hat. Umso größere Bedeutung kommt darum Volksbewegungen zu: Dieser „Strom moralischer Energie“ muss auf koordinierte Weise in die Gesellschaft mit einbezogen werden – so dass man, wie der Papst formuliert, von einer Politik „gegenüber“ den Armen zu einer Politik „mit“ und „der“ Armen gelangt.

Der Papst spricht vom „Wunder“ der Freundlichkeit, die es wieder neu zu üben gelte, weil sie „wie Sterne in der Dunkelheit“ leuchtet und „uns befreit von der Grausamkeit, von der Ängstlichkeit und von der zerstreuten Bedürfnisbefriedigung“, die heute so häufig sind.

Friede ist, wie der Papst unterstreicht, „proaktiv“, ein „Handwerk“, bei dem jeder das Seine beiträgt und das nie an ein Ende kommt. Mit dem Frieden hängt das Vergeben zusammen: Alle verdienen Liebe, ohne Ausnahme, so die Enzyklika, aber die Liebe zu einem Unterdrücker bedeutet in dieser Lesart, ihm nicht zu erlauben, dass er die Menschen noch länger unterdrückt. Vergebung bedeutet nicht Straflosigkeit, sondern Gerechtigkeit und Erinnerung; es bedeutet nicht Vergessen, sondern Verzicht auf die zerstörerische Kraft des Bösen und auf die Rache. Nie dürfe man Greuel wie die Shoah, die Atombomben-Abwürfe auf Hiroshima und Nagasaki, die ethnischen Verfolgungen und Massaker vergessen, fordert der Papst; an sie immer wieder neu zu erinnern, verhelfe dazu, nicht abzustumpfen und die Flamme des kollektiven Gewissens am Brennen zu halten. Zugleich ist es aber auch wichtig, sich an das Gute zu erinnern.

Die Enzyklika geht auch auf die Rolle der Kirche ein: Sie verlegt ihre Mission nicht in den privaten Bereich, und auch wenn sie selbst nicht Politik macht, verzichtet sie doch nicht auf die politische Dimension, auf die Aufmerksamkeit für das Gemeinwohl und auf die Sorge für eine integrale menschliche Entwicklung, so wie es den Prinzipien des Evangeliums entspricht.

(vatican news)

Der vollständige Text der Enzyklika findet sich auf der Webseite des Vatikans:

http://www.vatican.va/content/francesco/de/encyclicals/documents/papa-francesco_20201003_enciclica-fratelli-tutti.html

Arnoldsweiler: Tradition des Beierns nach Jahrzehnten wiederbelebt

BeiernAm Vorabend zur Arnoldusoktav erklangen ungewöhnliche Töne vom Arnoldsweiler Kirchturm. Die 4
Glocken schlugen in verschiedenen Rhythmen und Melodien an. Nach vielen Jahrzehnten wurde erstmals wieder gebeiert und damit die bevorstehende Arnoldusoktav eingeläutet. Gleiches wiederholte sich am Schlusssonntag der Oktav, wann eigentlich das Hochamt mit anschließender Prozession hätte stattfinden sollen, was aufgrund von Corona aber leider ausfallen musste. Der geübte Kirchenliedsänger konnte die Anfangstakte von ‚Lobet den Herren‘ ‚Gloria in excelsis deo‘ aus der 2. Choralmesse  und ‚Freu dich, du Himmelskönigin‘ erkennen.

Die Idee hierzu hatte Kilian Inden, weitere Mitstreiter fand er glücklicherweise in Felix Hoffmann und Etienne Voßen. Da in Arnoldsweiler keiner mehr genau wusste, wie das Beiern überhaupt funktioniert, wurde die Beier-Truppe bei YouTube fündig, wo einige Videos hierzu hochgeladen sind. Ganz wichtig war aber auch das Inspizieren des Arnoldsweiler Glockenstuhls. Erfreulicherweise war ein Teil der alten Beier-Vorrichtung noch funktionstüchtig, was die Vorbereitungen etwas erleichterte. Es wurden Seile gekauft, um die Klöppel festzubinden und in die richtige Position zu bringen. An mehreren Abenden übten die drei Beiermänner im Kirchturm, was sicher der ein oder andere Anwohner mitbekommen haben dürfte. In Arnoldsweiler ist es nun möglich, zu dritt die vier Glocken zu beiern, früher war es sogar möglich, dass eine Person drei Glocken bediente. Der bisher letzte Beiermann, der dies noch beherrschte, war Matthias Esser, der das Beiern vor Jahrzehnten aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste und keinen Nachfolger mehr fand.

Das Beiern hat in Arnoldsweiler bereits eine jahrhundertelange Tradition und ist in ganz Nordwestdeutschland verbreitet und gilt als Vorläufer des Glockenspiels. Gebeiert wird in der Regel nur zu hohen Feiertagen, meist am Vorabend, wie innerhalb der Osteroktav, zu Pfingsten, Fronleichnam und zum Patronatsfest. Zusätzlich wurde in Arnoldsweiler während der Fronleichnamsprozession und der Arnoldusprozession gebeiert. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts wurde auch hier noch in fast jedem Dorf gebeiert, aber nach und nach verschwand zumindest im Dürener Land diese Tradition fast gänzlich.  

Die Beier-Truppe in Arnoldsweiler hat auf jeden Fall vor, auch im nächsten Jahr wieder zu beiern und unseren Glocken Johannes, Te Deum, Maria Margarethe und Arnoldus ganz besondere Töne zu entlocken.

(Kilian Inden)

Ab sofort können Sie unsere "fairen" Produkte bestellen.  Weitere Infos hier:

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Gerne beten wir zusammen mit Ihnen für Ihre Anliegen. Sie können uns gerne Ihre Gebetsanliegen, d.h. Ihre Bitten, Ängste, Sorgen und Nöte, Ihre Hoffnungen, Wünsche und Danksagungen zusenden, damit wir diese in unsere Fürbittgebete, Gottesdienste und heiligen Messen aufnehmen und gemeinsam vor Gott tragen. Ihr Name würde gewöhnlich dabei nicht erwähnt werden. Sie können Ihre Anliegen an folgende E-Mail Adresse schicken: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder persönlich - auch anonym - in der Kirche St. Peter Birkesdorf in ein Fürbittbuch eintragen, welches bei der Statue der Muttergottes ausliegt.

Msgr. Norbert Glasmacher, Pfr.
Matthias Goldammer, Pfr.