Berichte

Arnoldsweiler: Tradition des Beierns nach Jahrzehnten wiederbelebt

BeiernAm Vorabend zur Arnoldusoktav erklangen ungewöhnliche Töne vom Arnoldsweiler Kirchturm. Die 4
Glocken schlugen in verschiedenen Rhythmen und Melodien an. Nach vielen Jahrzehnten wurde erstmals wieder gebeiert und damit die bevorstehende Arnoldusoktav eingeläutet. Gleiches wiederholte sich am Schlusssonntag der Oktav, wann eigentlich das Hochamt mit anschließender Prozession hätte stattfinden sollen, was aufgrund von Corona aber leider ausfallen musste. Der geübte Kirchenliedsänger konnte die Anfangstakte von ‚Lobet den Herren‘ ‚Gloria in excelsis deo‘ aus der 2. Choralmesse  und ‚Freu dich, du Himmelskönigin‘ erkennen.

Die Idee hierzu hatte Kilian Inden, weitere Mitstreiter fand er glücklicherweise in Felix Hoffmann und Etienne Voßen. Da in Arnoldsweiler keiner mehr genau wusste, wie das Beiern überhaupt funktioniert, wurde die Beier-Truppe bei YouTube fündig, wo einige Videos hierzu hochgeladen sind. Ganz wichtig war aber auch das Inspizieren des Arnoldsweiler Glockenstuhls. Erfreulicherweise war ein Teil der alten Beier-Vorrichtung noch funktionstüchtig, was die Vorbereitungen etwas erleichterte. Es wurden Seile gekauft, um die Klöppel festzubinden und in die richtige Position zu bringen. An mehreren Abenden übten die drei Beiermänner im Kirchturm, was sicher der ein oder andere Anwohner mitbekommen haben dürfte. In Arnoldsweiler ist es nun möglich, zu dritt die vier Glocken zu beiern, früher war es sogar möglich, dass eine Person drei Glocken bediente. Der bisher letzte Beiermann, der dies noch beherrschte, war Matthias Esser, der das Beiern vor Jahrzehnten aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste und keinen Nachfolger mehr fand.

Das Beiern hat in Arnoldsweiler bereits eine jahrhundertelange Tradition und ist in ganz Nordwestdeutschland verbreitet und gilt als Vorläufer des Glockenspiels. Gebeiert wird in der Regel nur zu hohen Feiertagen, meist am Vorabend, wie innerhalb der Osteroktav, zu Pfingsten, Fronleichnam und zum Patronatsfest. Zusätzlich wurde in Arnoldsweiler während der Fronleichnamsprozession und der Arnoldusprozession gebeiert. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts wurde auch hier noch in fast jedem Dorf gebeiert, aber nach und nach verschwand zumindest im Dürener Land diese Tradition fast gänzlich.  

Die Beier-Truppe in Arnoldsweiler hat auf jeden Fall vor, auch im nächsten Jahr wieder zu beiern und unseren Glocken Johannes, Te Deum, Maria Margarethe und Arnoldus ganz besondere Töne zu entlocken.

(Kilian Inden)

 


Liebe Schwestern und Brüder, liebe Jugendliche, liebe Kinder,

rsnach den Jahren des Theologiestudiums freue ich mich sehr, mich Ihnen und Euch in der GdG Düren-Nord nun als der neue Gemeindepraktikant vorstellen zu dürfen. Mein Name ist René Streitenbürger und ich möchte im Bistum Aachen Priester werden.

Gebürtig stamme ich aus Aachen. Beheimatet bin ich seit meiner Kindheit jedoch in Alsdorf. Mein Abitur habe ich am Heilig-Geist-Gymnasium in
Würselen gemacht. Meine Jugend war geprägt von der Pfadfinderei sowie dem Engagement im Pfarrgemeinderat und Jugendliturgiekreis meiner Gemeinde. Diese kurzen Schlaglichter zeigen bereits, wie meine kirchliche Sozialisation verlief. Nach meinem Wehrdienst bei der Bundeswehr
begann ich mein Studium der Politischen Wissenschaft und Soziologie an der RWTH Aachen. Nebenberuflich war ich schon während des
Studiums in vielfältigen Bereichen tätig, z.B. im Universitätsklinikum Aachen in der Abteilung Neurolinguistik. Aber auch Tätigkeiten als freier Lokaljournalist oder im Bereich der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit gehörten für mich dazu. Zu dieser Zeit habe ich immer schon gerne m
it Menschen zusammengearbeitet und war auf der Suche nach einem erfüllenden Beruf. So bewarb ich mich schließlich nach langer Suche als Priesterkandidat beim Bistum Aachen. Seitdem habe ich in Münster und München katholische Theologie studiert. Außerdem habe ich in Münster im Priesterseminar Borromaeum gewohnt, wo zusätzlich zum Studium die Ausbildung der Priesterkandidaten verantwortet wird. Bedingt durch die aktuelle Pandemie ist mein Studium zum Zeitpunkt meines Dienstantritts in der GdG Düren-Nord noch nicht ganz abgeschlossen. Daher wird es zu meinen
ersten Wochen in Düren gehören, meine Abschlussarbeit fertigzustellen. Nun freue ich mich, ganz lebensnah und praktisch Gemeinde bei Ihnen und Euch kennenlernen zu dürfen. Ich werde versuchen, das Pastoralteam zu unterstützen und dabei möglichst viel zu lernen. Außerdem werde ich im kommenden Jahr die religionspädagogische Ausbildung erhalten, an deren Ende die Lehrerlaubnis für den Religionsunterricht stehen wird. Im Herbst 2021 beginnt dann der Pastoralkurs, der mich auf die Diakonweihe im Frühjahr 2022 vorbereiten wird. Anschließend werde ich dann, so Gott will, meinen
Dienst als Diakon in der GdG Düren-Nord verrichten. Im Herbst 2022 beginnt für mich die Vorbereitung auf meine Priesterweihe, die Pfingsten 2023 stattfinden soll.
Ich freue mich, auf das erste Kennenlernen in den nächsten Wochen und Monaten und bis dahin grüße ich Sie und Euch ganz herzlich!
Im Gebet verbunden,
René Streitenbürger

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