Die Vorgabe des Bistums ist klar: ein Drittel der Kosten für die Instandhaltung der pastoral genutzten Gebäude (Kirchen, Kapellen, Pfarrheime, Pfarrbüros...) muss eingespart werden. Das bedeutet, dass zukünftig nicht mehr alle Kirchen und Kapellen mit Hilfe von Bistumsmitteln instand gehalten werden können (wir haben 8 Kirchen und 3 Kapellen, deren Instandhaltung ca. zehnmal so teuer ist wie die der übrigen in Frage kommenden Gebäude). Diese anstehende Veränderung ist jedoch nur ein kleiner und nun sichtbarer Teil der dramatischen Entwicklung, die die Kirche seit Jahrzehnten von vielen unbemerkt erfährt:

1976 gab es 24.255 Katholiken in unseren Gemeinden, 2011 waren es nur noch 17.099 Katholiken. Dieser Schrumpfungsprozess geht kontinuierlich weiter. Das bedeutet einen entsprechenden Rückgang der finanziellen Mittel! Damit geht der Anteil der Katholiken in der Gesamtbevölkerung kontinuierlich zurück. 1990 betrug der Anteil der Katholiken innerhalb der Gesamtbevölkerung im Bistum Aachen noch 68,9 %, 2011 sind es nur noch 54,7 %. Die katholische Kirche wird bei uns und in ganz Deutschland zu einer Minderheit. Die Gestalt der Kirche als Volkskirche kommt zu einem Ende!

Die Anzahl der Pfarrer ist ebenfalls stark zurückgegangen. Während es vor 22 Jahren im alten Dekanat Düren-Nord bei 8 Pfarren noch 5 leitende Pfarrer gab, so besteht die mit dem Dekanat identische GdG weiterhin aus insgesamt 7 Pfarren (8 Gemeinden) mit einem leitenden Pfarrer. In den Hochrechnungen für 2022 wird für die gesamte Region Düren-Jülich noch von 12 Priestern ausgegangen. Damit besteht das volkskirchliche System ein Pfarrer = eine Pfarre = eine Gemeinde bereits seit langem nicht mehr.

Gleichzeitig hat ein Verlust des Glaubens stattgefunden. Lag der Anteil der Kirchenbesucher in unseren Gemeinden 1976 noch bei 26 %, so sind es 2011 nur noch 7,1 %. Dieser Verlust betrifft auch den Inhalt des christlichen Glaubens. Wir sind Missionsland geworden! Während Katholiken- und Priesterzahlen und die finanziellen Mittel zurück gegangen sind, ist der Gebäudebestand geblieben.

Wenn man auf die lange Zeit der Kirchengeschichte zurückblickt, hat es immer wieder radikale Veränderungen gegeben, die auch zur Erneuerung und Weiterentwicklung der Kirche geführt haben. In einer solchen Phase befinden wir uns! Die Krise der Kirche ist also zugleich ihre Chance! Damit betrifft die größte Herausforderung das pastorale und seelsorgliche Tun, denn es müssen neue Wege zu den Menschen gesucht werden.

Dazu gehört auch die Überlegung, wie bei veränderter Pastoral welche Gebäude künftig gebraucht werden. So muss nun mit Begleitung des Bistums (das Projekt Kirchliches Immobilienmanagement, kurz KIM) nach einer tragfähigen Lösung hinsichtlich der noch bestehenden großen Anzahl der Gebäude gesucht werden. Dies kann auch, wenn es keine Finanzierungen innerhalb der Gemeinden gibt, zum schmerzlichen Schritt der Schließung von Kirchengebäuden führen.

Was steht nun an? Die Gremien unserer Gemeinden (Pfarrgemeinderäte und Kirchenvorstände) werden einen Vertreter aus jeder Gemeinde in eine Projektgruppe entsenden, die - von Verantwortlichen des Bistums begleitet - Lösungsvorschläge erarbeiten wird.
Wir werden Sie weiter informieren.