Dass die Zahl der Priester in Deutschland immer mehr abnimmt und parallel auch die Zahl der Kirchenbesucher und die der aktiven Christen, dass in der Folge Pfarrer mehr als nur eine Pfarre zu betreuen haben, diese Prozesse nehmen wir schon länger wahr. Sie sind Ausdruck eines tief greifenden Wandels in unserer Gesellschaft. Die Gruppen in unserer Gesellschaft differenzieren sich immer weiter aus. Mehr und mehr zeigt sich, dass die Kirche in ihren bisherigen Strukturen viele Menschen nicht mehr erreicht. Besonders von den Angeboten in den Pfarrgemeinden fühlen sich nur noch bestimmte Gruppen angezogen, während große Teile sich dort nicht mehr heimisch fühlen. Die Kirche hat einen akuten Handlungsbedarf. "Die Seelsorge muss sich innerlich und äußerlich einstellen auf eine geistig pluralistische Welt, von der auch unsere Gläubigen zutiefst geprägt sind, und auf einen geweiteten Freiheitsraum mit einer enormen Zunahme von Wahl-möglichkeiten, auch weltanschaulich und religiöser Art", so der Erfurter Bischof Joachim Wanke am 7. März 2001 vor der Deutschen Bischofskonferenz.

Diese Entwicklungen zwingen die deutschen Bistümer auch zu strukturellen Veränderungen. So hat Bischof Mussinghoff vor 8 Jahren den Strukturplan für die Ebene "Kirche am Ort" in Kraft gesetzt, der die Bildung von 72 Gemeinschaften der Gemeinden vorsieht. In unserem Bereich werden in Zukunft alle Pfarreien des ehemaligen Dekanates Düren-Nord (das sind die Gemeinden von Merken, Echtz, Hoven, Derichsweiler, Mariaweiler, Arnoldsweiler, Birkesdorf und Norddüren) die große Gemeinschaft der Gemeinden Düren-Nord bilden.

Um diesen Prozess zu fördern, erfolgte am 5. März die Ankündigung von Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff im gesamten Bistum 125 Pfarreien im städtischen Raum zu 45 neuen Pfarreien zu vereinigen. In der Stadt Düren sind neben den Innenstadtpfarreien auch unsere Pfarreien St. Peter und St. Joachim betroffen. Sie werden zum 1. Januar 2010 zu einer neuen Pfarrei vereinigt. Nach Entscheidung durch den Bischof wird die neue Pfarre den Namen "St. Joachim und St. Peter" tragen, die Kirche St. Peter wird die Pfarrkirche der neuen Pfarre und St. Joachim die Filialkirche.

Das Bild der Kirche muss und wird sich weiter ändern. Neben der bisherigen Pfarrseelsorge wird sich Kirche in Zukunft vielfältiger präsentieren. Diese neuen "Gesichter" der Kirche entstehen dann, wenn sich ihre Glieder auf die Hauptaufgabe der Kirche neu besinnen: allen Menschen die Botschaft Christi anzubieten.

Für das Pastoralteam, Maria Buttermann

Den vollständigen Brief des Bischofs finden Sie hier