"Sonntags kommen doch viel mehr Menschen!"
Richtig, aber am Sonntag gibt es immer eine Predigt. Die Fastenzeit soll aber gerade den Alltag prägen. An einem ganz normalen Werktag sich die Zeit nehmen, um sich selbst die Chance einer Glaubensvertiefung zu geben.

Der im deutschen Sprachraum gebräuchliche Begriff: "Fastenzeit" ist übrigens eine Engführung mit Blick auf den Sinn der vierzigtägigen Vorbereitungszeit auf das Osterfest. Im lateinischen und in vielen anderen Sprachen heißt diese Zeit einfach "Vierzigtagezeit".

E i n Element dieser vierzig Tage ist das Fasten - aber eben nur e i n s.

Weitere wichtige Elemente sind: Die Lesung der heiligen Schrift und anderer guter Bücher, vermehrtes Gebet, bewußterer Vollzug meiner Handlungen und Unterlassungen, Standortbestimmung und Neubesinnung (hier haben dann auch Bußgottesdienst und Beichte ihren Platz), Solidarität mit den Schwächeren, Vergessenen, Ausgegrenzten.

Faustformel für eine Fastenpredigt: "Einem geistigen Thema die Chance geben mich im Alltag zu erreichen".
P. Timotheus Eller